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Werbung – mal geschmacklos, mal beliebt

Werbung übertreibt, aber informiert, Werbung manipuliert und ist lästig – und sie kann nerven. Allerdings: Ohne sie würden wir nie erfahren, dass es ein neues Badeöl oder ein neues Handy gibt. Ständig und überall sind wir von Werbung umgeben: In Magazinen, Zeitungen und Zeitschriften, im Fernsehen oder im Radio, im Zug, im Bus oder auf […]

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Werbung übertreibt, aber informiert, Werbung manipuliert und ist lästig – und sie kann nerven. Allerdings: Ohne sie würden wir nie erfahren, dass es ein neues Badeöl oder ein neues Handy gibt.

Ständig und überall sind wir von Werbung umgeben: In Magazinen, Zeitungen und Zeitschriften, im Fernsehen oder im Radio, im Zug, im Bus oder auf der Straße, im Fußballstadion oder im Kino. Tatsächlich machen auch wir Menschen selbst Werbung. Denn wenn wir verliebt sind, machen auch wir Werbung für uns selbst, zeigen uns von der besten Seite. Das ist nichts anderes als Werbung für eine Dienstleistung oder für ein Produkt.

Durch Werbung erfahren die Verbraucher, was es Neues zu kaufen gibt. Dabei informiert ein Unternehmen über die vermeintlichen und mutmaßlichen Vorteile, was es kostet und wo man es kaufen kann. Werbung ist schon nötig vor allem für die neuen Produkte, weil es sie neu sind und niemand sie kennt. Mit der Werbung wird ein Kaufwunsch des potentiellen Kunden erweckt und sie schafft Märkte.

Der Kunde wird durch Werbung, Sprüche, Melodien und Spots ausgetrickst, denn Werbefachleute sind nicht unbedingt Menschen, die zur sachlichen Werbemaßnahmen neigen. Daher beschränken sie sich meistens nicht auf eine nüchterne Botschaft, die Kunden mögen ihre freundliche Aufmerksamkeit auf speizielle Produkteigenschaften richten, sondern sie „brüllen“ ihre konzentrierten Werbe-Botschaften in ihr Publikum. Um das zu unterstreichen schummeln sie manchmal, lügen sie. Man denke an die frühere Werbung von Zigaretten: Macht Rauchen wirklich so frei, wie es die schönen Ausritte in die Sonne im Marlboro-Country suggerieren? Und junge Männer werden keine leichte Beute unter den Frauen finden, nur weil sie ein bestimmtes Duschgel benutzen. Aber Lügen werden manchmal schon geduldet. Für das Hauptziel von Werbung – Kundenwünsche zu erfüllen – bekommt sie deshalb auch so etwas wie eine volkswirtschaftliche Verbraucher-Weihe.

Werbepatzer, die nach „hinten“ losgingen

Der Benetton Modekonzern glaubte beispielsweise an eine Art Schockwerbung, mit der sie die ungeteilte Aufmerksam ihrer potentiellen Kunden zum Ziel haben wollten. Auf der Benetton-Werbung tauchte neben einer ölverschmierten Ente, einem Baby an der Nabelschnur auch ein nackter Hintern mit den drei aufgestempelten Buchstaben HIV auf. Die Aufmerksamkeit des Publikums war da, die Empörung sowie einige Rechtsstreitigkeiten auch. Ob aber dadurch mehr Benetton-Produkte tatsächlich verkauft wurden, wurde nie aufgeklärt oder bestätigt.

Geschmacklos und in den Sozialen Netzwerken angeprangert wurde die Werbung eines großen Discounters vor Silvester 2015: Im Angebot war ein 105-teiliges Feuerwerks-Paket unter dem Namen „Paris“ mit Brillant-Bomben-Raketen und fetzigen Knallfröschen. Viele Kunden waren erzürnt und fühlten sich an den Terroranschlag am 13.November 2015 erinnert. Dort kamen mehr 140 Menschen ums Leben. Ein Verbraucher twitterte: „Das nenn ich mal Totalausfall der Marketingabteilung“…




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